„Stille Nacht, heilige Nacht“ ist unbestritten das berühmteste Weihnachtslied der Welt. Mit seinem beruhigenden 6/8-Takt und dem friedvollen Text gehört es seit Generationen zum festen Ritual an Heiligabend und verbreitet weltweit eine besinnliche Advents- und Weihnachtsstimmung.
Stille Nacht, heilige Nacht: Liedtext zum Mitsingen
Strophe 1
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute, hochheilige Paar
Holder Knabe im lockigen Haar
Schlaf in himmlischer Ruh!
Schlaf in himmlischer Ruh!
Strophe 2
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb' aus deinem göttlichen Mund
Da uns schlägt die rettende Stund'
Christ, in deiner Geburt!
Christ, in deiner Geburt!
Strophe 3
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höhn
Uns der Gnaden Fülle lässt seh’n
Jesum in Menschengestalt,
Jesum in Menschengestalt
Strophe 4
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoss
Und als Bruder huldvoll umschloss
Jesus die Völker der Welt
Jesus die Völker der Welt.
Strophe 5
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht
Als der Herr vom Grimme befreit
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß
Aller Welt Schonung verhieß.
Strophe 6
Stille Nacht, heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
durch der Engel Halleluja
tönt es laut von fern und nah:
Christ, der Retter, ist da
Christ, der Retter, ist da![1]
Stille Nacht, heilige Nacht: Gitarrenakkorde
(C) Stille Nacht, heilige Nacht!
(G7) Alles schläft, (C) einsam wacht.
(F) Nur das traute, hoch- (C) heilige Paar.
(F) Holder Knabe im (C) lockigen Haar,
(G7) Schlaf in (G#dim7) himmlischer (C) (Am) Ruh!
(C) Schlaf in (G7) himmlischer (C) Ruh!
🎵 Dieses Lied teilen:
Hintergrund
Zur Entstehungsgeschichte von „Stille Nacht, heilige Nacht“
„Stille Nacht, heilige Nacht“ ist weltweit nicht nur das bekannteste, sondern auch eines der meist verkauften Weihnachtslieder.[2] Allein die Aufnahme von Bing Crosby aus dem Jahr 1935 wurde bis 2003 geschätzte zehn Millionen Mal verkauft.[3] Zudem wurde das Weihnachtslied in unzählige Sprachen auf der ganzen Welt übersetzt, darunter Englisch (Silent Night), Spanisch (Noche de paz), Italienisch (Astro del Ciel), Japanisch (きよしこの夜 | Kiyoshi kono yoru), Albanisch (O e bukra natë, fatbardhë natë; Shejtje Nat), Vietnamesisch (Đêm thánh vô cùng) und Türkisch (Sessiz Gece, Kutsal Gece).[4] Während das Lied ursprünglich sechs Strophen umfasst, werden heutzutage meist nur drei Strophen gesungen – die erste und zweite und dann die sechste als dritte Strophe.[5]
Der Grund für die Gitarre (Die kaputte Orgel)
Uraufgeführt wurde das Lied am 24. Dezember 1818 in der St. Nikola-Kirche in Oberndorf bei Salzburg. Dass es überhaupt mit Gitarre statt an der Orgel gespielt wurde, hatte einen profanen Grund: Die Kirchenorgel war kurz vor Heiligabend vom Hochwasser beschädigt worden und unspielbar.[6] Der Organist Franz Xaver Gruber musste die Melodie also schnell für Gitarre arrangieren, damit in der Christmette überhaupt Musik erklingen konnte.[7]
Der Text war zuerst ein Gedicht
Der Text entstand bereits zwei Jahre vor der Komposition, nämlich 1816.[8] Der junge Hilfspriester Joseph Mohr schrieb ihn in Mariapfarr (Salzburg) als reines Gedicht nieder,[9] bevor er es 1818 an Franz Xaver Gruber übergab, der sofort die passende Melodie dazu schuf.[10]
Welterfolg durch Orgelbauer
Verbreitet wurde das Lied durch reiche Handelsleute und vor allem durch den Tiroler Orgelbauer Karl Mauracher.[11] Er reparierte die Orgel in Oberndorf, entdeckte das Lied, nahm es mit in sein Heimatdorf Zillertal und gab es an reisende Volkssängergesellschaften weiter, die es im 19. Jahrhundert bis nach Amerika und in die ganze Welt trugen.[12]
UNESCO-Welterbe
Im Jahr 2011 wurde das Lied von der UNESCO offiziell in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen.[13]
Weitere Versionen
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu diesem Weihnachtslied
Wer hat „Stille Nacht, heilige Nacht“ geschrieben und komponiert?
Der Text stammt von dem Hilfspriester Joseph Mohr, der ihn 1816 verfasste. Die weltberühmte Melodie wurde im Jahr 1818 von dem Lehrer und Organisten Franz Xaver Gruber in Oberndorf bei Salzburg komponiert.
Wann und wo wurde das Lied uraufgeführt?
Das Lied wurde am 24. Dezember 1818 in der St. Nikola-Kirche in Oberndorf bei Salzburg zum ersten Mal aufgeführt.
Welches ist das bekannteste Weihnachtslied der Welt?
Laut internationaler Bekanntheit und historischer Einordnung ist das bekannteste Weihnachtslied der Welt „Stille Nacht, heilige Nacht“, das in über 300 Sprachen und Dialekte übersetzt wurde.
Quellen & Nachweise
- ↑ Textfassung: Gebräuchliche Fassung (u. a. Evangelisches Gesangbuch, EG 46). Zur Abweichung vom Autograph VII von Franz Xaver Gruber (1860) vgl. Wikipedia: Artikel "Stille Nacht, heilige Nacht".
- ↑ Stille Nacht Gesellschaft (Oberndorf/Salzburg) – Historische Fakten zur Verbreitung und Verkaufszahlen (stillenacht.at)
- ↑ Stille Nacht Gesellschaft (Oberndorf/Salzburg) – Historische Aufnahmen und Verkaufszahlen (stillenacht.at)
- ↑ Stille Nacht Gesellschaft (Oberndorf/Salzburg) – Internationale Übersetzungen und Sprachfassungen (stillenacht.at)
- ↑ Stille Nacht Gesellschaft (Oberndorf/Salzburg) – Textfassung und Überlieferung (stillenacht.at)
- ↑ Stille Nacht Gesellschaft (Oberndorf/Salzburg) – Historische Dokumentation zur Entstehungsgeschichte (stillenacht.at)
- ↑ Stille Nacht Gesellschaft (Oberndorf/Salzburg) – Der „Authentische Bericht“ von Franz Xaver Gruber (1854)
- ↑ Stille Nacht Gesellschaft (Oberndorf/Salzburg) – Fund des originalen Autografs von Joseph Mohr (stillenacht.at)
- ↑ Österreichische UNESCO-Kommission – Immaterielles Kulturerbe Stille Nacht (unesco.at)
- ↑ Stille Nacht Gesellschaft (Oberndorf/Salzburg) – Chronik der Entstehung (stillenacht.at)
- ↑ Stille Nacht Gesellschaft (Oberndorf/Salzburg) – Die weltweite Verbreitung durch Zillertaler Nationalsänger und Handwerker (stillenacht.at)
- ↑ Stille Nacht Gesellschaft (Oberndorf/Salzburg) – Historische Archivfunde (stillenacht.at)
- ↑ Österreichische UNESCO-Kommission – Nationales Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes (unesco.at)
